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Damenmannschaft verliert in Battenhausen

Damenmannschaft SV Battenhausen – TSV Haddamar 4:0 (0:0)

Das Aufgebot: Janina Heinemann, Chantal Houska, Laura Höhmann, Natascha Krägelius, Luisa Weidel, Antonia Cramer, Johanna Finster, Luisa Otto, Julia Krägelius, Katharina Damm, Simone Richter, Kira Werner, Kim Elisa Buschmann, Janine Spohr

Gegenüber dem letzten Spiel musste Trainer Michael Groh notgedrungen umstellen. Torhüterin Ann-Christin leidet noch immer unter den Folgen vom Spiel gegen Wilhelmshöhe, wollte zwar unbedingt spielen, aber Michael machte das einzig richtige und verbot dem Mädel einen Einsatz. Dafür rückte wieder Janina Heinemann in den Kasten, obwohl die nach dem grandiosen Spiel gegen Wilhelmshöhe nun im Feld fehlte.

Battenhausen auch eine der Teams, die vielleicht sogar von Corona profitierten. In der Saison 2019/2020 in der KOL letzter in der Tabelle und es wäre wohl schwer geworden die Klasse zu halten. So aber hatte man Zeit, sich zu verstärken, und das gelang, wie man schnell sehen konnte.

Trübes und kaltes Wetter zu Beginn im Waldecker Land, doch das ist der Gastgeber anscheinend gewohnt, denn sie legten los wie die berühmte Feuerwehr. Gerade einmal 14 Sekunden waren gespielt, als nach einem langen Pass die Gegnerin allein vor Janina auftauchte, unser „Hexer“ im Tor reagierte aber fantastisch und hielt die Null fest. Der Druck auch in den nächsten Minuten hoch, die starke Nummer 10 beim Gegner suchte immer wieder ihre schnellen Außenstürmerinnen und setzte die mit genauen Pässen in Szene.

Nach 10 Minuten hatte sich unsere Defensive aber gut auf diese Bälle eingestellt, liefen clever die Gegnerinnen ab und starteten nun eigene Angriffe. Julia in der 11.min in guter Position, konnte aber das Leder vorm gegnerischen Tor nicht kontrollieren.

Zwei Minuten später die Chance zur Führung. Johanna brachte einen Freistoß in den gegnerischen Strafraum, die Abwehr von Battenhausen konnte nicht klären und die Pille landete vor den Füßen von Simone. Leider rutschte hier der Ball ihr über den Schlappen und flog ins Aus.

Jetzt unser Team am Drücker, aber bei den Angriffen fehlten eine klare Struktur und die Genauigkeit beim letzten Pass. Die Bälle konnten vorne zu selten festgemacht werden, bei den wenigen Dribblings kamen unsere Stürmerinnen nicht durch. Auch ging es nicht konsequent über die Außenbahnen, dadurch hingen hier Katharina und Antonia etwas in der Luft.

Nach einer halben Stunde ein bisschen Glück bei einem Angriff der Gastgeber und nun drehte sich das Geschehen wieder in Richtung Battenhausen. Jetzt drückten die „Waldecker“ und unsere Elf versuchte zu kontern.

Ein überragender Konter hier in der 34. min. Klasse erkämpfte sich Antonia mit überragendem Einsatz das Leder, suchte und fand Spielmacherin Luisa Weidel, die anschließend einen Sahnepass in die Schnittstelle des Gegners zu Katharina spielte und die flog ihren Gegenspielerinnen davon. Beim Abschluss machte „Katta“ alles richtig, schoss hart und platziert in die Ecke, aber die gegnerische Torfrau reagierte überragend und lenkte das Leder noch zur Ecke. Zwei Minuten wieder unser unwiderstehliche „Rechtsaußen“, doch erneut fehlte Katharina das Quäntchen Glück und der Gegner konnte im letzten Moment klären.

Pünktlich pfiff der Schiedsrichter nach 45 Minuten eine sehr interessante 1. Halbzeit, die wieder zeigte, dass unser Team echt dazu gelernt hat. In der Abwehr konnte man sich klasse stabilisieren, Natascha, Laura und Chantal gewannen nach der Anfangsphase fast jeden Zweikampf und das gegen keine schlechten. Im Mittelfeld später einige schöne Spielzüge, klappte zwar nicht alles, aber es wurde immer versucht, die Situationen spielerisch zu lösen. Die Schokoladenseite vom letzten Spiel war ja die Offensive, hier aber haperte es etwas. Die kleinen „Flitzer“ des TSV konnten sich nicht so behaupten wie es der Trainer und die Fans gerne gesehen hätten. Simone wurde vom Gegner gedoppelt und kam so nicht ins Spiel. Katharina, die schnellste auf dem Platz, bekam zu wenig Bälle und wenn, waren auch gleich immer zwei Gegenspielerinnen an ihr dran.

Doch zur Pause war noch alles gut, auch ein Punkt wäre ein Erfolg. Battenhausen suchte in der Pause die Kabine auf, sollte eigentlich auch nicht sein. Unsere Elf folgte den Regeln des HFV und blieb an der frischen Luft und wurde dafür bitter nach wenigen Sekunden der 2. Halbzeit bestraft. Ein Eckball flog in den Fünfmeterraum und urplötzlich lag das Leder zum 1:0 in Janinas Netz. Der Trainer war sicher überzeugt, dass sich das Trainieren der Standards ausgezahlt hatte, für andere sah es eher nach angeschossen aus. Aber egal, es stand eben 1:0.

5 Minuten später die tolle Chance zum Ausgleich. Nach einem Freistoß in den Strafraum von Battenhausen stand Julia in bester Position, traf aber leider das Leder nicht voll und die Möglichkeit war zum Teufel.

Praktisch im Gegenzug ein bitterer Pfiff. Nach einem Zweikampf sank die Gegnerin zu Boden, die gut geölten Kehlen auf der Osttribüne brüllten laut auf, forderten Elfmeter und mehr. Nach kurzem Zögern blies der Schiri ins „Horn“ und zeigte auf den Punkt. Wenigsten gab er der unverschämten Forderung nach einer Karte nicht nach, das wäre auch die absolute Krönung gewesen. Sicher wurde der Elfer dann zum 2:0 verwandelt.

Das Spiel anschließend härter und nicht schön anzusehen. Die viel zu lauten Zuschauer gaben stimmlich ihr bestes und „steckten“ damit kleine Feuer an. Nach einigen Gelben Karten auf beiden Seiten beruhigte sich das Geschehen ab der 70. Min wieder, auch weil die Fankurve endlich ruhiger wurde.

Aus dem Spiel heraus kaum noch etwas, aber trotzdem fielen noch zwei Tore. In der 74. Min konnte man aus 70m Entfernung sehen, wie falsch da unsere Mauer beim Freistoß stand. Das war nicht Fisch und war nicht Fleisch, keine Ecke wurde zugedeckt und der Gegner hatte mehr als freie Bahn. Natürlich nutzte Battenhausen das Geschenk und es stand 3:0. Katharina noch einmal mit einem Aufflackern in der 80. Min, aber die Torhüterin lenkte das Geschoss zur Ecke.

Den Schlusspunkt setzte in der 89. Min der neue „Rambo“ des TSV. Ca. 151cm geballte und gestählte Muskeln drückten, nicht schubsten, die Gegenspielerin im Strafraum und prompt ging die zu Boden. Muskeln kann, muss man ja auch mal spielen lassen, vor allem wenn man als klein abgestempelt wird, aber hier wäre ein Ablaufen der Gegnerin viel besser gewesen und hätte uns das 4:0 erspart. Den Elfmeter verwandelten die an die diesem Tage bessere Mannschaft zum 4:0 Endstand.

Aber alles halb so wild. Es gibt auch mal gebrauchte Tage und keiner kann erwarten, dass unsere Mädels jetzt jedes Spiel gewinnen.