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Resümee Kreisliga A Gruppe Eins

Die großen Verlierer beim Saisonabbruch waren vor allem die kleinen Vereine der unteren Kreisligen. Gut hier nur, dass die „Hirngespinste“ von einer eingleisigen Kreisliga A damit „ad acta“ gelegt wurden, und das nicht nur für die Saison 2020/2021. Da wollte sich jemand ein Denkmal setzen, ohne an die Sorgen und Nöte von Kassenwarten der kleinen Vereine zu denken, die schon jetzt jeden Cent zusammen kratzen müssen, um zu überleben. Es ist schon so viel über das leidige Thema, auch von uns, geschrieben worden, deshalb wollen wir nicht noch einmal darauf eingehen.

Beide Kreisliga A Gruppen gingen mit einer Stärke von 11, in Worten Elf, Mannschaften an den Start. Das bedeutet für viele Vereine 10 Heimspiele, um den Etat für ein Fußballjahr zu sichern. Das kann überhaupt nicht funktionieren bei den paar treuen Zuschauern auf den Sportplätzen in der Kreisliga. Neben den fehlenden Einnahmen kommt jeden Spieltag die bange Frage, ob man überhaupt zwei Mannschaften, in unserem Fall, sogar drei Mannschaften stellen kann.

Beim Unterbau der Jugend wird es von Jahr zu Jahr dünner, viele Vereine leben heute schon von unseren Neubürgern und könnten ohne die zumindest keine Reserve mehr stellen. Nach 8 Spieltagen wurde die Saison 2020/21 wegen der immer höher werdenden Infektionszahlen in der Pandemie erst einmal unterbrochen, ob und wann es weiter geht, steht in den Sternen.

Der Verlauf der Saison bis dahin sehr ungewöhnlich, Tabellenerster Metze/Chattengau hat gerade einmal 5 Punkte mehr als der Tabellenneunte SG KiLoHa II. Abgeschlagen, wie auch von uns vor der Saison erwartet, die Mannschaften von Körle II und Beisetal. Kein Team der Kreisliga A hatte in den Spielen die Konstanz, die man eigentlich von einer Spitzenmannschaft erwartet. Die Fußballfachleute streiten sich, ob die Klasse und die Teams einfach zu ausgeglichen sind oder das spielerische Niveau einfach schwach ist.

Wir hatten vor der Saison die II. von Gudensberg als Topfavorit ausgegeben. Die I. der FSG hat in der Verbandsliga einen bärenstarken Kader, nicht nur spielerisch, sondern auch zahlenmäßig. Zwangsläufig rechneten viele damit, dass da der ein oder andere Kicker zur Reserve runter rückt. Das klappte wohl nicht immer und gleich im ersten Spiel der neuen Saison gab es gegen die SG Geismar/Züschen eine unerwartete Niederlage. Im Laufe der Saison noch zwei Niederlagen und so steht der Favorit nur auf dem 4. Platz.

Metze/Chattengau war unser zweiter Anwärter auf den Meistertitel und hier lagen wir richtig, jedenfalls nach der Platzierung. Mit zwei Niederlagen, eine davon gegen die SG Kilo II, gehen sie als Erster in die Pause. Das Spiel gegen unsere Elf werden die Anwesenden wohl niemals vergessen, eine Werbung für sich als Aufsteiger oder als sympathische Mannschaft und Trainer machten die Gastgeber jedenfalls nicht. Allerdings entschieden die „Metzer“  die Spitzenspiele gegen vermeintlich stärkere Teams wie Beiseförth/Malsfeld und auch das Derby gegen Gudensberg für sich und stehen deshalb auch auf dem 1. Platz.

Lange sah es so aus, als würde der Aufsteiger Tuspo Guxhagen einen Durchmarsch in die KOL machen. Von den ersten 5 Spielen gewannen sie viermal, unter anderem wurde Metze/Chattengau mit 5:0 vom Platz gefegt. In den letzten beiden Spielen holte man nur einen Punkt. Glücklich sogar das Remis gegen Altmorschen/Binsförth, beim Favoritenschreck SG Geismar/Züschen setzte es dann eine 4:1 Klatsche.

Völlig überraschend der 3. Platz von der SG Ungedanken/Mandern. Keiner hatte das Team auf der Rechnung, aber nach 4 Siegen, zwei Niederlagen und einem Remis belegen unsere Freunde einen für sie überragenden 3. Tabellenplatz. Besonders unsere Mannschaft freut sich mit den Jungs aus Ungedanken und Mandern, die mit dem besten Torjäger der Klasse, Markus Puchinger, auch den fairsten Spieler der Liga in ihren Reihen haben.

Nach dem Spiele gegen unsere II. war für unsere Redaktion klar, wer die beste Mannschaft  und wer der beste Spieler der Kreisliga A Gruppe Eins ist. Gegen Beisförth/Malsfeld war unsere Elf vom Anpfiff an ohne Chance und musste gegen einen technisch haushoch überlegenen Gegner eine 2:7 Niederlage hinnehmen. Vor allem die Nummer 10 der Gäste, Nils Fischer, begeisterte uns. Bis dahin hatten wir in der Kreisliga A noch nie so einen laufstarken und technisch überragenden Spieler gesehen. Auch seine Mannschaftskollegen alle stark am Ball, taktisch, läuferisch und spielerisch das Team aus dem Melsunger Land eine Klasse für sich. Das scheint aber nur gegen schwächere Mannschaften zu klappen, gegen die Gegner Metze/Chattengau, Altmorschen/Binsförth und Guxhagen setzte es Niederlagen, deshalb lieb auch nur der 5. Platz.

Unser Nachbar SG Geismar/Züschen steht auf dem 6. Tabellenplatz. Gegen die Spitzenmannschaften Guxhagen und Gudensberg klappte alles und man holte hier zwei Siege. Die Niederlagen gegen Ungedanken/Mandern und Edermünde taten dagegen weh. Wie bei so vielen Vereinen in der Kreisliga ist der Kader für beide Teams mehr als überschaubar, jeden Sonntag fehlen aus den verschiedensten Gründen Spieler und man ist froh überhaupt noch zwei Mannschaften stellen zu können. Ungewöhnlich von unserem Nachbarn mitten in der Saison den Trainer zu wechseln, aber ein genaues Urteil dazu steht uns nicht zu.

Edermünde II steht nach der Unterbrechung der Saison auf dem 7. Platz, obwohl man erst ein Spiel verloren hat. Allerdings spielte die, sagen wir es mal so, unbequeme Mannschaft, bei drei Siegen auch dreimal Unentschieden. Hier stehen aber noch 3 Spiele gegen die Spitzenteams Altmorschen, Beiseförth und Metze aus.

Auf dem 8. Tabellenplatz steht mit Altmorschen/Binsförth ein Team, was nach den Einzelspielern weit höher in der Tabelle stehen müsste. Aber Fußball ist eben eine Mannschaftssportart und da zählt mannschaftliche Geschlossenheit mehr als Genialität einzelner. Platz 9 belegt unsere Mannschaft, auf sie kommen wir dann beim Fazit unserer II. Mannschaft zurück.

Die letzten beiden Plätze belegen abgeschlagen Körle II und Beisetal. Fast schon erwartet, sind diese beiden Mannschaften ganz unten zu finden. Die I. Mannschaft von Körle darf ja durch Corona noch einmal Verbandsliga spielen, ihre II. allerdings hat wohl keinen großen Stellenwert, so jedenfalls stellt sich das für außenstehende da, allerdings können wir uns auch irren. In Beisetal können die Mannschaften mit dem Umfeld nicht mithalten. Sagenhaft die Lautsprecheranlage, so etwas haben viele Gruppenligavereine in dieser Form nicht, auch die ehrenamtlichen Helfer geben sich ganz viel Mühe bei der Bewirtung der Zuschauer. Aber hier der Kader der Fußballer mehr als überschaubar und wenn man dann noch Spieler wegen Disziplinlosigkeiten verliert, wirkt das gleich doppelt schwer. Auch werden einige Herren nicht jünger, der Nachwuchs fehlt auch in Ober- und Niederbeisheim. Namen wie früher Fuchs, Aschenbrenner und Co gibt es nicht mehr und man muss befürchten, dass die SG Beisetal wie andere Vereine auch irgendwann die Segel streichen müssen. Vor allem, wenn man wieder in die Kreisliga B absteigen muss, und das ist bei den im Moment Null Punkten zu befürchten.

Aufsteigen wird eventuell nicht die beste Mannschaft, sondern die am besten und verletzungsfrei durch den Rest der Saison, wenn überhaupt gespielt wird, kommt.