Das Aufgebot: Yannic Radloff, Lars Behringer, Janik Ohlwein, Arne Backhaus, Maximilian Ritter, Robin Schnabl, Martin Geisser, Daniel Burian, Niklas Michels, Justin Sinning, Niklas Wissemann, Michael Müller, Nico Fuhrmann, Domenic Schneider, Jim Feige
Respekt ja, aber Angst vor großen Namen und großen Mannschaften kennt Coach Ralf Hanke nicht. Selbst nach den Absagen seiner Mittelfeldstrategen Kire und Umut für das Spiel gegen den Tabellenführer und haushohen Favoriten Fuldalöwen/Beisetal war dem Trainer nicht bange, vertraute und glaubte hier ganz fest an sein Team.
Trotzdem war bei der Aufstellung sein goldenes Händchen gefragt, eine Fähigkeit, die nur besondere und große Trainer haben. Was er jedoch dann aus dem „Ärmel“ zauberte, überraschte auch die größten Fußballkenner.
Als Spielgestalter mit der Nummer 10 stand auf dem Feld der Ehre der eigentliche Keeper Niklas Wissemann. Besonders in Haddamar weiß man ja um die Gene von Niklas, die er vom Fußballer des Jahrhunderts – „Klaus Staki Wissemann“ – geerbt hat.
„Achter oder Zehner“, alles kein Problem für den Instinktfußballer Niklas, nur die Torgefährlichkeit fehlt noch ein bisschen. Seine Eigenschaft als „Rambo“ hat er längst abgelegt, löst heute schwierige Situationen spielerisch.
Ein Hintergrund auch die Handverletzung von Niklas und da er nicht nur ein guter Fußballer im Feld ist, sondern auch in jedem Training bereit ist sich zu quälen, war es für Ralf Hanke gar keine Frage, Niklas im Feld zu bringen.
Für Niklas kam so Yannic Radloff nach seinem Wechsel im Winter zum ersten Einsatz im Tor, zeigte auch sofort seine Klasse in den wenigen Situationen, wo er gefordert wurde, eindrucksvoll. Nur an der Farbe der Hose müssen wir arbeiten, die blendet selbst die Zuschauer mit starker Sonnenbrille.
Mittlerweile ist man in der Kreisliga ja einiges gewohnt, was die „Qualität“ der Sportplätze angeht. Überall hat der Winter seine Spuren hinterlassen, mal mehr, mal weniger. Daher ist es umso mehr gefragt was zu tun, auch wenn es nur in mühevoller Handarbeit geht. Vor allem unsere „Herrscher der Linien“ bekamen doch einigen gehörigen Schrecken beim Anblick der „Striche“.
Na ja, muss jeder Verein selber wissen, was man den Gästen für ein Feld der ehre bietet, kommen wir zum Spiel. Spätestens nach 100 Sekunden war die Angst, wenn es die gab, vorm Spitzenreiter weg, denn vom Anpfiff an unsere Elf die bessere und aktivere Mannschaft.
Nach nur wenigen Sekunden die erste Möglichkeit, die Daniel aber nicht nutzen konnte. Der Gastgeber versuchte ins Spiel zu kommen, kam aber nie durch gegen die von Lars Behringer überragend organisierte Defensive.
Das Umschaltspiel nach den vielen eroberten Bällen auf unsere Seite mit guten Ansätzen, nur fehlte beim letzten Pass die Sicherheit oder die zündende Idee um die Abwehr der „Löwen“ auszuknocken. Auch fehlte bei den Angriffen das „spekulieren“ wenn mal ein Ball durch die Hintermannschaft des Gegners rutschte, hier schaltete unser „Sturm“ zu schnell ab. Man hatte als Zuschauer das Gefühl als wollte unsere Elf dem Braten nicht so recht trauen, erwartete wohl immer noch den „Sturmwind“ der gegnerischen Offensive, doch die kam nicht.
Nach gut 20 Minuten eine gute Chance für Nico Fuhrmann. Drehte sich super um seinen Gegenspieler herum, streckte den „Popo“ raus wie einst Gerd Müller, doch sein Schuss nicht hart genug, um den Torwart ernsthaft zu erschrecken.
Vom Gastgeber nur lange Bälle, die bis dahin alle eine sichere Beute von Lars Behringer wurden, der erneut ein fantastisches Stellungsspiel zeigte. Die nächste Möglichkeit für Nico Fuhrmann nach 42 Minuten. Gut der Freistoß von Niklas Michels in den Strafraum zu Nico, der kam auch zum Schuss, scheiterte jedoch erneut am gegnerischen Torhüter.
Aus dem sprichwörtlichen Nichts das unverdiente 1:0. Im Mittelfeld wurde der Zweikampf verloren, das Nachsetzen fiel leider aus, langer englischer Ball in unsere Hälfte, wobei allerdings auch gleich zwei Spieler des Gegners klar im Abseits waren.
Doch kein Pfiff, Yannic kam aus seinem Kasten, konnte auch den Ball klären, doch der landete vor den Füßen eines Spielers der Löwen. Aus gut 44 Metern zog die Nummer 8 sofort ab und erzielte das Tor seines Lebens zum unglaublichen 1:0.
Wenn man jedoch ins Gesicht von Ralf Hanke blickte, konnte man kein Anzeichen von Resignation erkennen, im Gegenteil. Das Vertrauen in sein Team weiter unerschütterlich und sein Matchplan für die II. Halbzeit ging dann auch voll auf.
Robin Schnabl in der 52.min mit der 100% zum Ausgleich. Der genau getimte Ball über die „Kette“, Robin 7 Meter allein vor der Kiste, doch der Abschluss kein Fisch, kein Fleisch und zu schwach für den Löwenkeeper.
107 Sekunden später dann der hochverdiente Ausgleich. Gigantisch, genial und überragend wie sich Justin Sinning die Kugel selber holte, die Gegner mit einem Turboantritt stehen ließ, wunderschön sein Linksschuss aus 18 Metern und es stand 1:1.
3 Minuten später beste Position für Maximilian Ritter, hatte freie Schußbahn, doch der junge Kerl traute sich nicht und die Chance war dahin. Der Favorit versuchte das Remis über die Zeit zu retten, zog sich noch mehr mit Mann und Maus in die eigene Hälfte zurück. Unsere Elf mit gefühlten 95% Ballbesitz hatte es aber schwer gegen die „Mauer“ der Löwen, versuchte es dabei zu wenig über die Außenbahnen.
In der 81.min der Angriff, wie es sich Coach Ralf vorstellte. Klasse das Umschalten nach der schnellen Balleroberung, diesmal ging es über die Außenbahn, wo Arne Martin Geiser einsetzte, der flog seinem Gegner auf und davon, passte überragend in die Mitte, doch hier konnte keiner den Angriff mit einem Tor vergolden.
Noch einmal wurde auf unserer Seite das Tempo angezogen, der Gegner taumelte zwar wie ein angeschlagener Boxer, fiel aber erst einmal nicht. 3 Minuten gab es vom Schiedsrichter obendrauf und in der fast letzten Sekunde klappte es dann.
Phänomenal wie Robin beim sehr sehr guten Ball über die Abwehrreihe antizipierte, sich den Ball auf den starken Schlappen legen wollte, dabei aber zu Fall gebracht wurde. Vollkommen zu Recht zeigte der Schiri sofort auf den Punkt und NIklas Michels verwandelte in Abwesenheit vom Schützen Nummer Eins – Niklas Wissemann – zum 2:1 Siegtreffer.
Der junge Mann ist eine echte Bank im Spielsystem von Trainer Ralf Hanke. Ist trotz seiner jungen Jahre mit einer unglaublichen Spielintelligenz und ganz wichtig, überragenden Spielübersicht ausgestattet. Erkannte auch in Malsfeld die meisten Situation oder Aktionen des Gegners schon im Ansatz, war hier dann immer zur Stelle und klärte fair und abgezockt wie ein „Alter“. Brauchte dabei nie seine überragende Grätsche, die bei ihm immer fair war und ist. Lief mit seiner Schnelligkeit und Übersicht die Gegner locker und leicht ab. Klasse Lars